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Heinrich C. Friedhoff

Wanderer weiter Wege

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Lebenslauf

22 Apr. 2023

Über mich

Im Herbst 1945 kam mein Vater nach fünf langen Kriegsjahren, in denen er als Stabsarzt an allen Fronten des Kriegs schweres Leid und vielfältigen Tod hatte erfahren müssen, nach Aachen zurück. Dort hatte sich seine junge Frau zusammen mit ihrer kleinen Tochter als Pharmazeutin durchgeschlagen. Das Wiedertreffen der Eheleute muss sehr glücklich gewesen sein, denn schon neun Monate später, genau am 2.8.1946 wurde ich geboren und zwar in einem feuchten Keller eines teilweise ausgebombten Hauses in der Salierallee 35. Den Erzählungen meiner Eltern nach müssen die ersten Lebensjahre schwer gewesen sein. Kälte und Hunger prägten diese Zeit, woran ich mich aber nicht erinnere. Für mich schien in meiner Kindheit immer die Sonne.

Ernst wurde es erst mit der Einschulung in die Volksschule Höfchensweg, wo ich in das deutsche Erziehungswesen (mit all seinen Tücken) eingeführt wurde. Der Wechsel zum Couven-Gymnasium machte die Dinge nicht leichter. Richtig positiv habe ich nur den Sportunterricht in Erinnerung.

Ein Highlight meines Lebens war ein einjähriger Aufenthalt als Austauschschüler in den USA. Ich besuchte dort als 17jähriger Stipendiat eine private sogenannte „prep-school“ in Shaker Heights, einem reichen Vorort von Cleveland/Ohio. Die Schule war sehr „demanding“, da die „boys“ ausgebildet („prepared“) wurden, um anschließend die besten „colleges“ des Landes zu besuchen. Gerne wäre ich nach meinem amerikanischen Abitur in Amerika geblieben, aber das war 1964 natürlich noch nicht möglich. Uns hätte auch das Geld gefehlt, eine solche Ausbildung zu finanzieren.

Zurück am Couven-Gymnasium musste ich meine restliche Zeit „absitzen“. Nur der Sport und das Schulorchester, in dem ich über die zweite Geige nie hinauskam, hielten mich „alive“.

Die anschließende 18monatige Bundeswehrzeit war auch nicht besser, ehrlich gesagt, eigentlich deutlich schlechter. Am Ende (Herbst 1968) konnte ich kaum noch die Zeitung lesen, so sehr war ich geistiger Anstrengung entwöhnt.

Das Studium der Jurisprudenz, das ich im Wintersemester 1968/69 an der Universität Bonn begann, brachte mich intellektuell auch nicht gerade auf Trab. Aber die Politik bestimmte mein Leben. Es war die Zeit der Studentenrevolte, der ich sehr aufgeschlossen gegenüberstand und an der ich im Studentenparlament mitwirken wollte. Über alle möglichen Resolutionen, vor allem gegen die Notstandsgesetze, die Hochschulreform und den Vietnamkrieg, sind wir aber nicht hinausgekommen.

Deshalb suchte ich mein Glück noch einmal im „Ausland“ und wechselte im Sommersemester 1969 an die Universitäten Lausanne und Genf in der Schweiz. Am schönen Genfersee, insbesondere in den dortigen Weinbergen über Vevey, hätte ich mein Leben verbringen können, aber auch hier fehlten wieder die dafür sehr erheblichen Finanzen.

Zum Abschluss meines juristischen Studiums wechselte ich nach Münster (auch um der Politik zu entgehen, die mich zeitlebens fesselte), besuchte dort aber nicht die Universität sondern bereitete mich in einem einsamen Studentenzimmer durch das Studium von Skripten eines Fernrepetitoriums, denen ich mich 12 Stunden am Tag widmete, auf das erste Staatsexamen vor, das ich im Frühjahr 1972 mit einem sogenannten Prädikatsexamen (die Note „vollbefriedigend“ kennt außer Juristen kein Mensch) bestand.

Wie es in meinem Leben weitergehen sollte, bedachte ich als „hippie“ in den Wäldern Kaliforniens zusammen mit meinen Schulfreunden aus Cleveland. Es war eine wilde Zeit von allerdings nur einigen Monaten. Hier zwang mich nicht das fehlende Geld zurück nach Deutschland, denn in unseren selbstgebauten Holzhäusern lebten wir sehr genügsam. Vor allem der Wein aus dem nahegelegenen „ Nappa Valley“ war unglaublich gut und außerdem sehr billig. Auch die anderen zu dieser Zeit gängigen Rauschmittel waren „affordable“. Aber ein Leben alleine in der Natur und ohne weiteren Lebensehrgeiz erschien mir dann doch nicht wirklich erstrebenswert.

Die Überlegungen zu meinem weiteren Leben hatten schließlich ergeben, dass ich noch einmal ein Zweitstudiums der Wirtschaftswissenschaften versuchen wollte. Die Wahl des Studienortes fiel auf München. Leider stellte sich aber bald heraus, dass ich dort mein Leben – selbst auf niedrigstem Studentenniveau – nicht finanzieren konnte. Ich entschied mich – nolens volens – das Studium erfolglos abzubrechen.

Und so kam ich am 1.Januar 1973 nach Aachen zurück und begann hier eine damals noch dreijährige Referendarzeit. An dieses habe ich gute Erinnerungen, nicht wegen der Güte der Ausbildung, die – mit Verlaub – grottenschlecht war. Sondern wegen der Annehmlichkeiten des Lebens. Ich hatte ein festes Gehalt als Beamter auf Widerruf und arbeitete nebenher in einem Anwaltsbüro, das unsere nicht schlechten Bezüge netto auszahlte. Dadurch war ich auf einmal „richtig reich“, zumal ich als Lediger sämtlichen bürgerlichen Pflichten enthoben war.

Diese unbeschwerte Zeit ging zu Ende, als ich Anfang 1976 auch mein zweites Staatsexamen bestand und mich in Einzelkanzlei als selbstständiger Anwalt niederließ. Dies sicherte zwar meine Freiheit, die mir immer wichtig war, bedeutete aber auch harte Arbeit, die ich bis dahin in meinem Leben nicht kennengelernt hatte. Schwierig waren die Dinge auch deshalb, weil ich neben der Arbeit noch kommunalpolitisch engagiert war und als Mitglied der SPD-Fraktion einige Jahre im Aachener Stadtrat aktiv war. Diese Doppelbelastung war auf Dauer nicht durchzuhalten, zumal ich zwischenzeitlich meine spätere Ehefrau Brigitte kennenlernte, die in Aachen als Ärztin und Psychotherapeutin tätig war. Hinzu kamen schnell zwei Töchter, die bis zu ihrem jeweiligen Abitur in unserem Familienheim lebten. Heute ist Alice Juristin in Berlin, Nicola Lehrerin in Düsseldorf. Die Großfamilie beleben noch zwei Enkelkinder.

Nach Aufgabe der Politik wurde mein Leben geprägt durch die Tätigkeit als Anwalt. Es gelang mir, aus der Einzelkanzlei eine Kanzlei von Fachanwälten mit am Ende 10 Anwälten aufzubauen. Jeder Sozius musste zwei große Anwaltsfelder als Fachanwalt beherrschen. Für mich waren es das Arbeitsrecht und das Insolvenzrecht.

Neben der Familie und der Arbeit blieb mir der Sport. Als ehemaliger Leichtathlet mit einem Schwerpunkt auf der Mittelstrecke kam ich zum „Joggen“ und zum Marathonlauf. Zusammen mit meiner Frau und der Tochter Nicola spielte ich Tennis, bestritt sogar Medenspiele, kam aber als Spätstarter über ein unteres Mittelmaß nicht hinaus. Wegen eines lädierten Knies musste ich schließlich sowohl das Joggen als auch das Tennisspielen aufgeben.

Deshalb startete ich mit 52 Jahren ein „neues Leben“ als Weitwanderer. Erst ging es – noch im Nachklang meiner katholischen Sozialisation – von Aachen nach Santiago de Compostela, wo ich zusammen mit meiner Ehefrau an meinem sechzigsten Geburtstag ankam. Danach ließ mich das Fernwandern nicht mehr los und ich ging von Aachen nach Rom. Jetzt bin ich – mittlerweile glücklicher Rentner – auf dem Wege von Aachen nach Wien. Auf dieser Strecke bin ich schon in Klagenfurt/Kärnten angekommen. Ich lade Sie ein, mich bis Wien – auf Facebook – zu begleiten.

Wanderung Aachen – Santiago DC

Santiago
24 Aug. 2018

Meine erste Weitwanderung: von Aachen nach Santiago de Compostela (1998 – 2006)

Meine erste Weitwanderung: von Aachen nach Santiago de Compostela (1998 – 2006)

Jedes Jahr in der Adventszeit gibt es für „Dauerläufer“ in Aachen einen traditionellen Höhepunkt: den ATG-Winterlauf. Er führt von Mulartshütte, einem kleinen Ort in der Voreifel, zum Aachener Stadtteil Steinebrück, wo das Vereinsheim der ATG, einem alteingesessenen Aachener Sportverein, liegt. Die Strecke ist ca. 20 Kilometer lang und geht über einige Höhenzüge und ist damit einigermaßen herausfordernd.

Ich war bei diesem Winterlauf schon einige Male mitgelaufen und bereitete mich im November 1996 auf eine erneute Teilnahme vor. Erst Ende September war ich bei einem Berlin-Marathon gestartet und hatte ihn erfolgreich abgeschlossen. Nicht als einer der ersten meines Jahrgangs, aber auch nicht als einer der letzten. Mit meinen 50 Jahren fühlte ich mich fit und sah optimistisch in meine läuferische Zukunft. Und dann geschah es: Mein rechtes Knie machte nicht mehr mit. Schon nach wenigen Trainingskilometern bekam ich Schmerzen und das Knie schwoll oft so stark an, dass es mehrfach punktiert werden musste. Der Orthopäde meinte, eine sportliche Zukunft gebe es für mich nicht mehr, es sei denn, ich ließe mir operativ ein neues Knie „einpflanzen“. Dazu war ich noch nicht bereit und trainierte fleißig weiter, aber ohne Erfolg. Als dann auch beim Tennisspielen in der Halle nichts mehr ging, war ich einigermaßen ratlos.

In dieser Situation erinnerte ich mich daran, dass ich mit meiner Frau und vier Freunden im Frühjahr 1996 eine dreitägige Wanderung durch Burgund gemacht hatte, die uns allen gut gefallen hatte. Diese Wanderung hatte Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend hervorgerufen. Damals war ich als Mitglied einer Messdienergruppe jedes Jahr von Aachen aus durch die Eifel nach Trier gegangen, wo sich angeblich das Grab des Apostels Matthias befindet. Deshalb verstanden wir uns damals als echte Matthiaspilger. Damit war aber spätestens auf Oberprima Schluss. Wer wollte als angehender Abiturient noch frommer Pilger sein? Auch ich – wie alle anderen aus meiner Zeitgeist-Kohorte – natürlich nicht mehr.

Unsere Wanderung durch Burgund war also – nach vielen Jahren der Pause – eine Reprise. Ans Pilgern erinnerte dabei nicht mehr viel. Im Vordergrund standen für uns als Freunde des guten Lebens nicht mehr fromme Gedanken sondern das gute Essen und der burgundische Wein. Mittlerweile waren unsere Portemonnaies auch so gut gefüllt, dass wir statt Jugendherbergen bessere Hotels ansteuern konnten.

Deshalb fasste ich im Laufe des Jahres 1997 den Entschluss, vom Dauerlaufen auf das Weitwandern umzusteigen. Das war – jedenfalls wenn man die Wanderstrecken lang genug gestaltete – auch echte körperliche Anstrengung und ließ sich gut mit unseren sonstigen Hobbies – gutes Leben, fremde Sprachen und Kulturen – verbinden. Da wir unsere erste Wanderung durch Burgund im bezaubernden Ort „Vézelay“ beendet und dort erfuhren hatten, dass durch das Städtchen einer der bekanntesten historischen französischen Jakobswege nach Santiago de Compostela in Nordspanien führt, fiel schnell die Entscheidung: Ich wollte von Aachen aus bis nach Santiago wandern. Ehefrau Brigitte und meine Freunde wurden – nach längeren Diskussionen – von mir überzeugt. Dabei muss man berücksichtigen, dass 1997 die Pilgerei auf dem Jakobsweg noch keineswegs „en vogue“ war. Das Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ lag noch in weiter Zukunft. Wir fühlten uns damals als echte Pioniere.

Der Start des Vorhabens fand am 1.Mai 1998 statt. Ich wurde in diesem Jahr 52 Jahre alt. In Santiago angekommen bin ich – zusammen mit meiner Frau und einer großen Gruppe von Familienmitgliedern und Freunden – am zweiten August 2006, meinem 60. Geburtstag. Alles hat also ganze acht Jahre gedauert, da wir aus beruflichen Gründen jedes Jahr höchstens zwei Wochen an einem Stück „marschieren“ konnten. Wir kehrten erst im Folgejahr jeweils an den Ort zurück, wo wir im Vorjahr hatten aufhören müssen. Die auf diese Weise zurückgelegten 2711 Kilometer haben aus mir einen echten Weitwanderer gemacht.

Vielleicht erzähle ich später einmal von meinen Erlebnissen auf dem „camino“. Mal sehen!

Aachen, im Herbst 2023

Wanderung von Aachen nach Rom

Aachen-Rom
13 Nov. 2023

Wanderung von Aachen nach Rom

Wanderung von Aachen nach Rom


Schon bevor ich in Santiago angekommen war, war mir klar, dass das Weitwandern mein Lebenshobby werden würde. Es musste also ein neues Ziel gefunden werden und bald stand fest, dass es die Stadt Rom sein würde.

Auch diesmal ging ich es – und zwar am 30. April 2006 – von Aachen aus los. Allerdings steuerten wir zuerst Maastricht und Lüttich an um zu betonen, dass unsere weitere Heimat mittlerweile die Euregio Maas-Rhein ist. Berufsbedingt konnte die Wanderung nicht an einem Stück erfolgen, aber in jedem Jahr wurden mehrere Etappen absolviert, so dass es etwas mehr als sieben Jahre dauerte, bis ich in Rom am 27.10.2013 angekommen bin, wiederum begleitet von meiner Ehefrau und Familie und einer Reihe von treuen Freunden.

Gewandert sind wir durch die Wallonie, Luxemburg und in Frankreich durch Lothringen und das Elsass mit dem Höhepunkt in Strasbourg. Nach der Rheinüberquerung ging es in Deutschland von Kehl aus durch Baden bis nach Konstanz am Bodensee, dann durch die Nordschweiz mit dem Schwerpunkt in Sankt Gallen. Österreich war mit Bregenz und dem Land Vorarlberg nur zu einem kleinen Teil dabei. Die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran war sicher ein weiterer Höhepunkt. Aber auch Südtirol mit Meran und Bozen hat begeistert. Die Po-Ebene war etwas mühsam, aber die Städte Verona, Mantua und Parma haben alles wieder wett gemacht. Der Apennin war mindestens so anstrengend wie es die Alpen gewesen waren. Dafür wurden wir aber durch Florenz und Siena mehr als entschädigt. Der Weg durch die Region Latium gab einen Eindruck vom alten Kirchenstaat. Der Vatikan und das Kapitol in Rom waren schließlich der Höhepunkt, den ich nach von mir zurückgelegten 2516 Kilometern mit allen zusammen genießen durfte.

Über diese Wanderung will ich auf jeden Fall schriftlich berichten. Der erste Teil von Aachen nach Strasbourg ist bereits fertig geschrieben und im Eifeler Literatur Verlag auch schon als Buch erschienen (siehe unter Rubrik „Rom-Buch“.) Der zweite Teil, der die Strecke von Kehl in Baden nach Tramin in Südtirol beschreibt, soll im Herbst 2024 auf den Buchmarkt kommen. Und der dritte Teil, bei dem es um den Weg von Mezzocorona im Trentino nach Rom geht, wird -wenn alles gut geht – im Herbst 2025 das Buchprojekt vollenden.

Aachen, im Herbst 2023.

Rom Buch

22 Apr. 2023

Rom Buch

Nach zweiundvierzig Jahren als Rechtsanwalt stand Heinrich C. Friedhoff vor der Frage ungezählter Rentnerinnen und Rentner: Was tun?

Da er sich schon seit den späten 198oer Jahren für das Weitwandern begeisterte, war die Entscheidung schnell gefallen. Die Strecke von Aachen nach Santiago de Compostela hatte er gemeinsam mit Ehefrau, Freundinnen und Freunden schon erwandert. nun stand -ganz in der Tradition der mittelalterlichen Pilgerfahrten -die Wanderung nach Rom an. 2.516 Kilometer durch fünfzehn Regionen in neun Ländern, eine Strecke, um genug Erfahrungen und Hintergrundinformationen zu sammeln, um ein spannendes, teils lustiges und immer lehrreiches Reise-und Wander-Buch darüber zu schreiben, dessen erster Band uns mitnimmt auf den Weg von Aachen nach Strasbourg.

zum Eifeler Literaturverlag

Wanderung von Aachen nach Wien

Aachen-Wien
13 Nov. 2023

Wanderung von Aachen nach Wien

Wanderung von Aachen nach Wien

Natürlich konnte das Weitwandern nach dem Erreichen des Zieles „Rom“ noch nicht zu Ende sein. Wenn man der Tradition der mittelalterlichen Pilger gefolgt wäre, dann wäre eindeutig „Jerusalem“ das nächste Ziel gewesen. Obwohl ich mich schon lange nicht mehr als religiöser Pilgerer sah, entschied ich mich in einem Anfall von Größenwahn doch für dieses Projekt.

Im April 2010 ging es dann wieder los, obwohl Rom noch gar nicht erreicht war. Der Weg verlief anfangs durch Deutschland und zwar zuerst entlang der Rheinschiene, also über Düsseldorf, Köln, Bonn, Koblenz bis Wiesbaden. Dann folgte er dem Main bis Frankfurt und danach ging es über Darmstadt nach Heidelberg. Von da aus folgte die Route dem Neckar bis Bad Wimpfen, danach der Jagst bis Ellwangen. Dort überquerte ich die Grenze zu Bayern, um ab Gunzenhausen der Altmühl zu folgen, bis sie in Kelheim in die Donau mündet, die mich in ihrem weiteren Verlauf nach Regensburg brachte. Von dort quasi querfeldein durch Niederbayern nach Landshut, wo ich auf die Isar traf. Die anschließende Wanderung durch die Isarauen über Freising nach München war wunderschön, ebenso der weitere Flussverlauf über Bad Tölz bis zum sogenannten Isarursprung.

Bis dahin war alles glatt gelaufen. Aber jetzt stand ich vor den Alpen. Der Plan war, dem bekannten Wanderweg, der in München startet und über den Alpenhauptkamm bis Venedig geht, zu folgen. Mittlerweile machte mein rechtes Knie immer größere Beschwerden, aber ich biss die Zähne zusammen und hielt weiter durch. Zusammen mit guten Freunden erreichte ich, das das Karwendelgebirge übersteigend, Hall in Tirol und damit das Inntal. Dort standen wir vor dem nächsten Alpenmassiv, den Tuxer- und danach den Zillertaleralpen. Geführt von einem nepalesichen Bergführer, der für den Deutschen Alpenverein arbeitete (Fachkräftemangel in Deutschland!) und nicht nur äußerst sportlich sondern ebenso sympathisch war, erreichten wir, am Olperer und der Wilden Kreuzspitze (beides Berge über 3000 Meter) vorbeigehend, mit Mühe und Not Mühlbach im Pustertal. Dort waren alle so erschöpft, dass ich die Gruppe im nächsten Sommer für die nächste Tour nicht mehr begeistern konnte. Da auch mein Knie immer mehr streikte, änderten wir die Route und gingen durch das Inntal von Hall in Tirol weiter nach Innsbruck und dann über den Brenner-Pass nach Brixen. Jetzt folgten wir dem Pustertal bis Toblach und folgten der Drau, die hinter Toblach entspringt. Der Weg führte an dem jungen Fluss vorbei, verließ hinter Innichen Südtirol und damit Italien und brachte uns nach Lienz in Osttirol.

An der nächsten Station in Spittal an der Drau verließen wir das Drautal, um dem Alpe-Adria-Trail zu folgen, der von dort bis Triest führt. Alles lief immer noch gut trotz meines kaputten Knies. Die Nockberge mit dem Höhepunkt der Gerlitze waren ein echtes Erlebnis. Ebenso die Kärntner Seen, der Ossiacher See, der Wörther See und zum Schluss der Faaker See. Nördlich dieses Sees ragt der Mittagskogel in die Höhe, einer der schönsten Berge dieser Region, aber auch „nicht ohne“. An der Überwindung dieses Bergmassivs, hinter dem als nächstes Etappenziel Kranjska Gora in Slowenien lag, bin ich endgültig gescheitert, obwohl insbesondere meine Ehefrau mich unterstützte. Auf der Höhe des Bergzuges entschieden ich mich zur Aufgabe und wir kehrten gemeinsam zurück zum Baumsteigerhof, dem Ausgangspunkt der Tagesetappe, wo wir nach 12 Stunden Kampf gegen den Berg am späten Abend entkräftet ankamen.

Und hier endete mein Weg nach Jerusalem! Nachdem wir mit dem Taxi am nächsten Tag Kranjska Gora erreicht hatten, gingen wir mit unseren Freunden auf dem wunderschönen Trail zwar noch weiter, der durch das Tal der türkisblauen Soca (italienisch: Isonzo) führte, aber die so entstandene Lücke auf dem Wanderweg stellte ein echtes Problem dar. Im folgenden Winter wurde mir endgültig klar, dass ich das Ziel „Jerusalem“ aufgeben musste. Ich unterzog mich einer Knieoperation, bekam ein künstliches Gelenk und musste neu planen.

Wie sollte meine dritte Weitwanderung weitergehen? Was konnte ein adäquates neues Ziel sein? Schließlich entschied ich mich für Wien.
In diesem Jahr bin ich vom Baumsteiger Hof wieder hinunter ins Drautal gewandert, habe einen Abstecher nach Klagenfurt gemacht, um danach wieder zur Drau zurück zu kehren. Schließlich kam ich – dem mittlerweile mächtigen Fluss folgend – in Lavamünd ans östliche Ende von Kärnten. Im nächsten Jahr soll es dann wieder hinauf in die Berge in die Steiermark nach Graz und Mariazell gehen. Und schließlich – Daumen drücken! – nach Wien.

Geschrieben im Herbst 2023

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17 Aug. 2023

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